Wirtschaftschronik - Ungarn 2011
August 2011
29. August
- Im I. Quartal d. J. sind lediglich 34 Mio. Euro ausländisches Aktivkapital (FDI) nach Ungarn geflossen, das ist der niedrigste Quartalswert seit langem. Allerdings gibt es positive Anzeichen, denn das Investoreninteresse nach ungarischen Projekten ist wieder angestiegen.
- Die Arbeitslosenquote von 10,8 % ist auch im Juli nicht zurückgegangen, geht aus den Daten des Statistischen Zentralamtes KSH hervor.
16. August
- Die Industrieproduktion hat sich verlangsamt und damit sorgten die dieser Tage veröffentlichten BIP Daten des Statistischen Zentralamtes KSH für einige Enttäuschung. Für das zweite Quartal 2011 wurde ein BIP Wachstum von 2,5 % erwartet, doch nun kam die Ernüchterung: Es lag bei nur 1,5 %.
15. August
- Der Sturzflug des Baugewerbes setzte sich im I. Halbjahr d. J. fort: die Produktion ist um 9,6 % geschrumpft und aufgrund der Anzahl der neu abgeschlossenen Verträge scheint der Tiefpunkt immer noch nicht erreicht zu sein, geht aus den Daten des Statistischen Zentralamtes KSH hervor.
9. August
- Nach dem Anstieg im Mai verlangsamten sich die ungarischen Ausfuhren im Juni etwas, ihre Dynamik liegt jedoch weiterhin weit über den Importen. Die Exporte sind in Euro um 3,1, die Importe um 2,6 % angestiegen. Damit ist der enorme Außenhandelsüberschuss weiter auf 615 Mio. Euro angestiegen - geht aus den Daten des KSH hervor.
5. August
- Aufgrund der internationalen Turbulenzen auf den Aktienmärkten stürzte auch der Budapester Börsenindex BUX im allgemeinen Sog ab. Der Kursverlust ist bisher im August sehr dramatisch: Innerhalb von anderthalb Wochen sackte er um 13,7 % ab. Der BUX befand sich am Mittwoch auf seinem zweijährigen Tiefpunkt.
3. August
- Der Schwung ist in den Exportsektor zurückgekehrt: Nach jüngsten Angaben des Zentralamtes für Statistik (KSH) ist das Exportvolumen im Monat Mai um 15,6%, die Importe um 10,9% gestiegen. Der Handelsüberschuss von 730,4 Mio. Euro ist der drittstärkste
- Monatssaldo aller Zeiten; seit Jahresbeginn ergab sich bereits ein positiver Saldo von 3,28 Mrd. Euro.
Juli 2011
28. Juli
- Im II. Quartal d. J. lag die Zahl der Beschäftigten bei 3,809 Mio., das sind 0,8 % mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit ist die Arbeitslosenquote auf 10,8 % gesunken, geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Schnellbericht des Statistischen Zentralamtes KSH hervor.
26. Juli
- Entsprechend den Erwartungen der Anleger hat die Ungarische Nationalbank MNB den Leitzins am Montag unverändert bei 6 % belassen.
- Einem am Dienstag veröffentlichten Bericht von Moody’s Investors Service zufolge ist das ungarische Banksystem das schwächste in Mitteleuropa (Ungarn, Polen, Tschechien und Slowakei). Moody’s hält damit die seit Juni 2009 für das ungarische Banksystem herausgegebenen Negativ-Aussichten weiter aufrecht und begründet dies damit, dass sich die Verschlechterung der Mittelqualität der ungarischen Geldinstitute fortsetzt, ihre Ertragsfähigkeit schwach bleibt und ihr Umfeld immer noch unsicher ist.
25. Juli
- Den Daten des Statistischen Zentralamtes KSH zufolge hat der Einzelhandel im Mai im Jahresvergleich um 0,7 % zugelegt und das ist seit den vergangenen vier Jahres das beste Ergebnis
21. Juli
- Im I. Halbjahr erreichte das Defizit des Staatshaushaltes 1.034,6 Mrd. Forint und damit weit mehr als die ursprünglich eingeplanten 687,4 Mrd. Forint. Weil die Regierung die Zielvorgabe wegen des Rückkaufs des Mol-Pakets anhob, liegt das Defizit derzeit bei 87,4 % des Jahresplans
20. Juli
- Nach dem Mai sorgte auch der Juni für eine angenehme Überraschung bezüglich der Inflationsrate. Die Jahresteuerungsrate fiel innerhalb eines Monats von 3,9 auf 3,5 %, meldet das Statistische Zentralamt KSH.
13. Juli
- Die Regierung hat die neue Energiestrategie verabschiedet. Danach steigt der Energiebedarf Ungarns bis 2030 um 30 % bzw. jährlich um 1,5, könnte aber bis 2050 sogar um 70% zulegen.
11. Juli
- Das Parlament hat u. a. den von Antal Rogán eingereichten Gesetzesentwurf zur Anhebung der Löhne der niedrigen Einkommensschichten abgesegnet. Danach wird die Regierung ab Januar festsetzen, wie die Lohnkompensation bei Verdiensten unter brutto 300.000 aussehen soll.
8. Juli
- Der Außenhandel wies im Mai einen Überschuss von fast 720 Mio. Euro aus. Im Mai sind die Ausfuhren um 19, die Einfuhren um 14 % angestiegen, geht aus den Daten des Statistischen Zentralamtes KSH hervor.
Juni 2011
30. Juni
- Mit dem 30. Juni ist die halbjährige ungarische EU-Ratspräsidentschaft zu Ende gegangen und mit diesem Tag werden auch die EU-Beitrittsverhandlungen mit Kroatien abgeschlossen.
25. Juni
- Bei den chinesisch- ungarischen Verhandlungen unterzeichneten beide Seiten 12 Vereinbarungen. Die unterzeichneten Verträge beinhalten konkrete Programme, Investitionen und Finanzvereinbarungen.
21. Juni
- Mit der Entscheidung der Regierung wurde die Staatsschulden des Landes erheblich gesenkt. Die Schuldenrate sei der Regierung zufolge von 81 auf 77 % gesunken, nachdem die Gelder der privaten Pensionskassen in staatliches Eigentum zurückgelangten und nun zum Teil zur Schuldensenkung verwendet wurden.
20. Juni
- Bereits zum fünften Mal in Folge hat der Monetärrat der Notenbank den Leitzins unverändert bei 6 % belassen.
14. Juni
- Der Umsatz des Einzelhandels schrumpfte im I. Quartal um weitere 1,3 %, im April zum Vormonat dann um 0,4 %, geht aus den Daten des Statistischen Zentralamtes KSH hervor.
8. Juni
- Den jetzt veröffentlichten detaillierten Daten des Wirtschaftsministeriums zufolge betrug das Staatshaushaltsdefizit – ohne Kommunalverwaltungen – Ende Mai 724,2 Mrd. Forint – das sind 105,4 % der Jahresvorgabe. Im vergangenen Jahr lag das Defizit der ersten fünf Monate bei 736,2 Mrd. Forint, das waren 84,6 % der Jahresvorgabe.
2. Juni
- Im März legten die Ausfuhren laut Zentralamt für Statistik (KSH) nur noch um 13,1% und die Einfuhren um 11,7% zu, was die schwächsten Monatswerte seit September bzw. Januar vorigen Jahres sind.
- Über das I.Quartal hinweg wuchs das Exportvolumen hingegen um 18,1%, das Importvolumen um 16%. Daraufhin überstieg der Exportüberschuss in der ungarischen Handelsbilanz den Schwellenwert von 2 Mrd. Euro, was ein neuer Rekord ist.
Mai 2011
30. Mai
- Entsprechend den Erwartungen haben die Regierung und der Ungarische Bankverband am Montag das Schuldner-Rettungspaket, den sog. Wohnungskreditnehmerschutz- Aktionsplan, bekannt gegeben.
24. Mai
- Das Einzelhandelsvolumen im März und auch im I. Quartal ist unter den positiven Erwartungen und dem Optimismus am Anfang des Jahres geblieben: Die Monatsdaten weisen einen 1%igen Rückgang, die Quartalsdaten Stagnation aus.
11. Mai
- Die Analysten wurden vom Verbraucherpreisanstieg im April mit 4,7 % im Jahresvergleich recht überrascht. Im März lag die Jahresinflationsrate noch bei 4,5 %. Auch die Zusammensetzung des Preisindex kann nicht gerade als günstig bezeichnet werden.
5. Mai
- Die Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer hat auf ihrer jährlichen Mitgliederversammlung am 5. Mai 2011 Stevan Sefer, den ThyssenKrupp Konzernrepräsentanten für Ungarn, zu ihrem neuen Präsidenten gewählt.
2. Mai
- Den Plänen nach soll der Jahresbeitrag der Ungarischen Handels- und Industriekammer MKIK bei lediglich 5.000 Forint liegen. Damit könnten die Widerstände der Unternehmen gegen die obligatorische Mitgliedschaft sinken.
April 2011
28. April
- Auch 2012 wird die Arbeitslosenrate noch über 10 % betragen. Im I. Quartal d. J. lag sie bei 11,6 %, dabei hatten die Analysten auf eine Stagnation am Arbeitsmarkt gehofft. Den KSH-Daten zufolge befindet sich auch die Beschäftigungsrate in der Nähe des Tiefpunktes. In den ersten drei Monaten d. J. standen durchschnittlich 3,733 Mio.
27. April
- Die Hauptstädtische Hauptversammlung hat die Umbenennung von mehreren Straßen, Plätzen und Brücken in Budapest abgesegnet. So wird die Lágymányosi Brücke in Rákóczi-Brücke, der Köztársaság tér nach Papst Johannes Paul II. in II. János Pál tér und der Moszkva tér in Széll Kálmán tér umbenannt, der Budaer Brückenkopf der Margaretenbrücke den Namen Elvis Presley tragen.
25. April
- Pál Schmitt unterzeichnet die neue Verfassung Ungarns.
20. April
- In Kecskemétwurde die Vereinbarung über die duale Ausbildung von der Kommunalverwaltung der Komitatshauptstadt Kecskemét, der Handels- und Industriekammer des Komitates Bács-Kiskun, der Mercedes-Benz Manufacturing Hungary Kft. sowie 10 Unternehmen unterzeichnet.
18. April
- Mit Zweidrittel-Mehrheit hat das Parlament die neue, jedoch umstrittene Verfassung Abgesegnet.
- Entsprechend den Erwartungen des Marktes hat der Monetärrat der Ungarischen Nationalbank den Leitzins bei 6 % belassen.
15. April
- Das allgemeine Moratorium für Zwangsräumungen von Wohnungen ist ausgelaufen.
11. April
- Das Parlament hat über die 157 Vorschläge zur Verfassungsänderung entschieden. Die Regierung hat das Wohnungsversteigerungsmoratorium bis Anfang Juli verlängert.
5. April
- Die Ratingagentur Moody's hat das Rating von fünf ungarischen Banken in Verbindung mit ihrer Finanzkraft herabgesetzt: von MKB Bank, Erste, K&H, Budapest Bank und FHB. Das Rating der Schulden der Erste veränderte sich von Baa3 auf Ba1, ähnlich wie das der FHB. Gleichzeitig bekräftigte die Ratingagentur die stabilen Aussichten der Finanzkraft (BFSR) der OTP Bank.
4. April
- Das aus den privaten Pensionskassen einfließende Geld könnte zur Rückzahlung der Schulden der Staatsbahnen MÁV und der Budapester Verkehrsbetriebe BKV verwendet werden bzw. die Übernahme der PPP-Projekte finanzieren - geht aus den veröffentlichen Informationen über das Reformprogramm hervor.
März 2011
28. März
- Der Monetärrat der Notenbank hat in seiner neuen Zusammensetzung den Leitzins unverändert mit einer einstimmigen Entscheidung bei 6 % belassen.
23. März
- Im Februar ist das Staatshaushalsdefizit um fast 440 Mrd. Forint innerhalb eines Monats angestiegen. Das Defizit der ersten beiden Monate d. J. beläuft sich auf 559,7 Mrd. Forint, das sind 81,4 % der Jahresvorgabe von 687,4 Mrd. Forint. Im vergangenen Jahr sind 2,1 Mrd. Euro Auslandskapital (FDI) nach Ungarn geflossen.
21. März
- Der Monetärrat der MNB kann auf der nächsten Zinsentscheidungssitzung am 28. März mit 6 Mitgliedern abstimmen, nachdem das Parlament den Betriebswirt János Cinkotai, externer Berater von MNB-Präsident András Simor, sowie György Kocziszky, Dekan für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Miskolc, gewählt hat.
16. März
- Das Parlament hat auf seiner Sitzung am Mittwoch über die Einfrierung der Fernwärmetarife, die Verlängerung des Räumungsmoratoriums, die Novellierung des Staatshaushaltsgesetzes und die Umbenennung des Flughafens Ferihegy in Ferenc Liszt entschieden.
12. März
- In Euro berechnet, wiesen die Exporte 2010 einen Anstieg um 21, die Importe um 19 % aus, der Außenhandelsüberschuss lag bei 5,525 Mrd. Euro, meldet das Zentrale Statistikamt KSH.
7.März
- Ende Februar hat das Staatshaushalsdefizit bereits 81,4 % der Jahresvorgabe erreicht, so das Wirtschaftsministerium. Ohne die Kommunalverwaltungen betrug das Defizit des Staatshaushaltes 559,7 Mrd. Forint gegenüber 350,6 Mrd. Forint im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
1. März
- Innerhalb von drei Jahren sinkt die Staatsverschuldung von 80 auf 65-70 %, langfristig muss sie unter 50 % im Vergleich zum BIP gesenkt werden, – das ist die hauptsächliche Message des am Dienstag von der Regierung vorgestellten Kálmán Széll Plans.
Februar 2011
28. Februar
- Im Januar ist die Arbeitslosenquote wieder angestiegen.Es wurden 474.000 Jobsuchende registriert. Damit ist die Arbeitslosenquote auf 11,2 % geklettert und schlechter als von den Analysten erwartet.
8. Februar
- Im Januar wies der Staatshaushalt ohne Kommunalverwaltungen das höchste Defizit (122,8 Mrd. Forint) seit vier Jahren aus.
2. Februar
- Bis zum November des vergangenen Jahres lag der Überschuss der Außenhandels bei 5 Mrd. Euro.
- Die Devisenkreditnehmer können wieder etwas aufatmen, denn der Forint erstarkte gegenüber dem Euro auf unter 270 Forint.
Januar 2011
28. Januar
- Im Zeitraum Oktober-Dezember 2010 ist die Arbeitslosenquote auf 10,8 % geklettert, das geht aus den Daten des Statistischen Zentralamtes KSH hervor.
24. Januar
Wegen der Inflationsgefahren in der ungarischen Wirtschaft hat die Notenbank den Leitzins wiederum um 0,25 Prozentpunkte von 5,75% auf 6% angehoben.
20. Januar
Die zweite Orbán-Regierung legt genau zehn Jahre nach dem ersten nun den Neuen Széchenyi-Plan auf. Das Förderprogramm startet heute mit 93 Ausschreibungen und einem Budget von 1 100 Mrd. Forint.
10. Januar
- Laut des KSH verbesserten sich Ungarns Ausfuhren im November 2010 um 20% und die Einfuhren um 18% (in Euro) gegenüber November 2009.
6. Januar
- In Brüssel untersucht die EU-Kommission, ob das umstrittene ungarische Mediengesetz gegen europäische Richtlinien verstößt.
1. Januar
- Ungarn hat mit dem 1. Januar die EU-Ratspräsidentschaft übernommen.
- Im Januar treten mit Jahresanfang zahlreiche Veränderungen in Kraft: Es gibt ein neues Steuersystem, Veränderungen bei der Kinderbetreuung, die Mindestlöhne sind angestiegen und die Steuerbehörde arbeitet in einem neuen institutionellen Rahmen.





