EKAER

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Zum 1. Juli 2015 wurde in Ungarn das „Elektronische Straßenfracht-Kontrollsystem“ (EKAER) eingeführt. Ziel des Systems ist es, grenzüberschreitenden Betrug bei der Mehrwertsteuer-Rückerstattung einzudämmen. Daher müssen alle Gütertransporte per LKW (über 3,5 t) vor der Abfahrt online an die Finanzverwaltung gemeldet werden, dies gilt auch für im Ausland abgehende Frachten mit Ziel in Ungarn.

Die wichtigsten Bestimmungen des Systems:

 

Meldepflicht:

Meldepflichtig sind Warentransporte mit straßengebührpflichtigen Fahrzeugen (>3,5 t)        

  • bei Transporten aus anderen EU-Staaten
  • bei Lieferungen in andere EU-Staaten
  • bei Lieferungen innerhalb Ungarns beim erstmaligen Verkauf an Nicht-Endverbraucher.

Nicht meldepflichtig sind Ladungen mit einem Gewicht von nicht mehr als 2,5 t und einem Wert von nicht mehr als 5 Mio. HUF. Bei "riskanten Gütern" liegt die Grenze für die Meldepflicht bei 500 kg und 1 Mio. HUF.

Nicht meldepflichtig sind Güter, die im Rahmen anderer behördlicher Verfahren kontrolliert werden: Güter mit Akzisesteuer, Güter mit laufenden EU-Zollverfahren, Abfälle, Güter mit Metallhandel-Genehmigungspflicht, Arzneimittel, Postsendungen.

 

Befreiungen:

  • Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 50 Mrd. HUF (davon mindestens 40 Mrd. aus Eigenproduktion) können auf Antrag unter bestimmten Voraussetzungen "vereinfachte Meldungen" abgeben (nur Absender, Empfänger, Fahrzeugkennzeichen).
  • Den zuvor genannten Unternehmen kann auf Antrag eine Befreiung für Kurzstrecken-Transporte (<20 km) erteilt werden.

 

Zu meldende Daten:

  • Angaben zum Absender
  • Angaben zum Empfänger
  • Bruttogewicht (Abweichung von bis zu 10% zulässig)
  • Zolltarifnummer    
  • Zeitpunkte des Transportbeginns und -endes
  • LKW-Kennzeichen

Im Falle nicht riskanter Waren müssen künftig keine Preisangaben mehr gemacht werden.

 

Riskante Güter:

  • Die neuen Regelungen unerscheiden nicht mehr zwischen riskanten Lebensmitteln und sonstigen riskanten Gütern. Da keine neue Liste veröffentlicht wurde, sind nach unserer Interpretation die neuen Regelungen auf die in den Anlagen 1 und 2 der Verordnung 51/2014. (XII. 31.) NGM aufgezählten Güter gleichermaßen anzuwenden. 
  • Für riskante Güter sind auch Wertangaben zu machen, außerdem ist eine Kaution oder entsprechende Garantie zu hinterlegen.

 

Weitere Informationen zum EKAER-System finden Sie in den Merkblättern rechts zum Download