Deutsche Wirtschaft wächst weiter, aber langsamer

Staatsschulden deutlich verringert

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes 2017 um 1,5% gestiegen. Damit ist die deutsche Wirtschaft zum neunten Mal in Folge gewachsen, allerdings hat sich das Tempo gegenüber den Vorjahren verringert: 2016 und 2017 betrug das Wachstum noch jeweils 2,2%.

Wichtigster Motor des Wachstums waren die Investitionen, die um 4,8% wuchsen, der private und der öffentliche Konsum stiegen um 1,0 bzw. 1,1%. Der Außenbeitrag, also der Saldo aus Aus- und Einfuhren, wirkte sich insgesamt negativ auf das Wachstum aus, da die Einfuhren deutlich schneller stiegen (+3,4%) als die Ausfuhren (+2,4%). Dementsprechend verringerte sich der Ausfuhrüberschuss (Waren und Dienstleistungen) auf 234 Mrd. Euro (2017: 248 Mrd.).

Auf der Entstehungsseite des BIP erreichten vor allem der Informations- und Kommunikationssektor und das Baugewerbe überdurchschnittliche Zuwachsraten (+3,7 bzw. 3,6%).

Insgesamt erreichte das deutsche BIP 2018 einen Wert von 3.388 Mrd. Euro (zu jeweiligen Preisen), das ist ein Zuwachs um rund 110 Mrd. gegenüber 2017. (Zum Vergleich: das Ungarische BIP betrug 2017 ca. 124 Mrd. Euro.)

Dank des andauernden Wirtschaftswachstums wuchs auch die Beschäftigung um weitere 600.000 auf ein neues Rekordhoch von 44,8 Millionen Personen.

Auch die Staatsfinanzen profitieren von der guten Konjunkturlage. Der Staatshaushalt erwirtschaftete einen Rekordüberschuss von 59 Mrd. Euro, das entspricht 1,7% der Wirtschaftsleistung. Dadurch verringerte sich der Schuldenstand des Staates um fast 4 Prozentpunkte auf 60,1% des BIP, und erfüllte damit erstmals seit 16 Jahren de facto wieder das Maastricht-Kriterium von 60%.

Ausführliche Informationen des Statistischen Bundesamtes (externe Links - in Deutsch):

Statistische Übersichten (pdf - 814 KB)

Ausführliche Tabellen (Excel – 800 KB)

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