14.09.2010: DUIHK-Energiezirkel: "Finanzierungsmöglichkeiten im Energiesektor"
Umwelttechnik ist zu einer der am schnellsten wachsenden Branchen der deutschen Industrie geworden. Sei es der Bau eines Kraftwerks oder die Modernisierung von alten Anlagen, brauchen solche Projekte oft eine externe Finanzierung. Dieses Thema hat die Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer (DUIHK) zum Schwerpunkt der letzten Veranstaltung ihres „Energiezirkels“ gemacht. Experten verschiedener Firmen und Banken stellten drei mögliche Finanzierungsmodelle vor: Eigenkapital, Subventionen und Kredite. Zsolt Morvai, Direktor von Takarékbank berichtete, dass Banken in Ungarn hauptsächlich Windkraftwerke und Biogasanlagen finanzieren, da Sonnenenergie und Biodiesel noch nicht so weit verbreitet sind. Die Finanzierung solcher Projekte sei aber mit Unsicherheiten verbunden. Bei den Windkraftwerken ist die Windstärke des Standorts ein Unsicherheitsfaktor, deshalb werden wissenschaftliche Analysen verlangt. Bei Biogasanlagen fehlen oft die Referenzprojekte und die Erfahrung, da diese Art von Energiegewinnung erst in der Ausbauphase ist. Neben Krediten können Fördermittel der EU eine Lösung für die Finanzierung anbieten. Laut Zsolt Üveges, Berater von Blucron, sind die Chancen der Bewerber gut: 2008-2010 wurden 1272 von 3334 Anträgen bewilligt. Eine Ausschreibung zur Modernisierung von alten Heiz- und Beleuchtungsanlagen war besonders erfolgreich: der finanzielle Rahmen ist schon jetzt bis 2013 ausgeschöpft, wobei eine Neustrukturierung der Reserven noch möglich ist. Sowohl bei den Subventionen als auch bei Krediten muss aber eine gewisse Eigenfinanzierung vorhanden sein, betonten beide Fachleute. Subventionen sind besonders wichtig, weil viele soziale Gruppen ohne Hilfe des Staates die Umstellung nicht leisten können, sagten Felix Bubenheimer und Sergio Tirado Herrero (CEU) in ihrem Vortrag über „Energiearmut“. In vielen einkommensschwachen Haushalten gibt es weder Wissen über Effizienz noch Zugang zu Bankkrediten. Für Wohnungen mit Fernwärme existieren zwar Förderprogramme, aber die Variabilität der Heizung ist gering. Nur eine vollständige Modernisierung würde hier Abhilfe schaffen. Trotz bürokratischer Schwierigkeiten lohnt es sich, alte Anlagen zu modernisieren und auf regenerative Energien umzustellen, lautete die Schlussfolgerung der Referenten. Durch die Erhöhung der Effizienz werden weniger Ressourcen verbraucht, der Komfort der Einwohner erhöht und durch die Reduzierung der Unterhaltskosten kann man langfristig sogar mehr sparen, als die Kosten der Umstellung. Die DUIHK hat die Themen erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu einem der Schwerpunkte ihrer Tätigkeit gemacht. Ungarische Interessenten können neben dieser Veranstaltungsreihe an mehreren Informations- und Kontaktveranstaltungen in beiden Ländern, sowie an Geschäftsreisen für Entscheidungsträger aus der Verwaltung, Politik und Wirtschaft teilnehmen. Auch diese Programme können dazu beitragen, die Energieeffizienz in Ungarn zu erhöhen.
Bildergalerie: DUIHK-Energiezirkel
Fotos: Best Relation
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