Gegenüber dem ersten Quartal stieg die Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent – Analysten hatten mit ca. 0,7% gerechnet (zwischen 0,4 und 1,2%). Gegenüber dem Vorjahr (2. Quartal 2025) stieg das BIP um 1,6%, nach 1,7% im ersten Quartal.
Negativ wirkte sich auf das BIP laut Statistikamt die schwache Leistung der Landwirtschaft aus. Die Industrie konnte hingegen erstmals wieder einen positiven Beitrag leisten: Nachdem sie 2024 und 2025 jeweils gesunken war, konnte die Industrieproduktion in den ersten fünf Monaten um 1,1% zulegen.
Der Außenhandel dürfte wenig zum BIP beigetragen haben, denn im zweiten Quartal stiegen die Einfuhren deutlich schneller als die Ausfuhren (bereinigt um Preis- und Währungseffekte), so dass sich der Außenhandelsüberschuss gegenüber dem Vorjahr kaum verbesserte.
Ungarn im Mittelfeld der EU
Zeitgleich mit Ungarn veröffentlichten auch andere EU-Länder erste Ergebnisse zum nationalen BIP. Demnach liegt Ungarn mit seiner Jahresrate von 1,6% im Mittelfeld der bisher bekannten 16 Länder.
Spitzenreiter war Litauen (3,8%) und voraussichtlich auch Polen mit ca. 3,7%.
Deutschland konnte immerhin eine Wachstumsrate von 0,9% zum Vorjahresquartal erreichen (0,2% zum Vorquartal), liegt damit aber nur in der unteren Hälfte der Liste, nur wenig vor Österreich, Frankreich und Belgien.
Im Durchschnitt der EU-27 schätzt die europäische Statistikbehörde Eurostat das Wachstum auf 1,2% zum Vorjahr.