Cybersecurity ist längst nicht mehr ausschließlich Aufgabe der IT. Ein Cyberangriff, der Ausfall des ERP-Systems, der Ausfall eines kritischen Lieferanten, Datendiebstahl oder auch der unsachgemäße Einsatz generativer KI können unmittelbare Auswirkungen auf Produktion, Geschäftskontinuität, Kundenbeziehungen und Reputation eines Unternehmens haben. In solchen Situationen sind Entscheidungen auf Führungsebene gefragt.
NIS2 und die damit verbundenen ungarischen Rechtsvorschriften rücken auch die Verantwortung der Unternehmensleitung stärker in den Fokus. Führungskräfte müssen dabei nicht zu IT-Experten werden. Sie sollten jedoch die wesentlichen Cyberrisiken ihres Unternehmens verstehen, wissen, welche Informationen sie von den zuständigen Fachbereichen einfordern müssen, und in der Lage sein, bei Audits, Sicherheitsvorfällen oder Krisensituationen fundierte Entscheidungen zu treffen.
Die Schulung „Cyber-Audit aus Führungsperspektive“ vermittelt genau dieses Wissen – auf Deutsch und anhand konkreter Beispiele aus Unternehmenspraxis, Audits und realen Sicherheitsvorfällen.
Für welche Unternehmen ist die Schulung besonders relevant?
Die Schulung richtet sich insbesondere an Führungskräfte von Unternehmen, die unter die NIS2-Anforderungen fallen bzw. in Ungarn einer verpflichtenden Cybersecurity-Auditierung unterliegen und neben der regulatorischen Compliance auch für Geschäftskontinuität und ein angemessenes Risikomanagement sorgen müssen.
Besonders relevant ist die Schulung für:
- Industrie- und Produktionsunternehmen,
- Organisationen, die kritische oder geschäftsrelevante Infrastrukturen betreiben,
- Unternehmen mit komplexen IT- und OT-Umgebungen,
- Unternehmen mit umfangreichen Lieferantennetzwerken,
- Unternehmen, die Cloud-Dienste und externe IT-Dienstleister nutzen,
- sowie Organisationen, bei denen ein IT-Sicherheitsvorfall zu Produktionsstillständen, Betriebsunterbrechungen oder Beeinträchtigungen der Kundenversorgung führen kann.
Das Programm richtet sich insbesondere an Geschäftsführer, Mitglieder der Unternehmensleitung, Führungskräfte des oberen und mittleren Managements, Bereichsleiter sowie Entscheidungsträger mit Führungsverantwortung im Bereich Cybersecurity und Compliance.
Thematik
1. Rechtlicher Rahmen und aktuelle Entwicklungen
Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Änderungen der Cybersicherheitsvorschriften und erläutern, welche neuen Anforderungen sich daraus für Unternehmen und deren Führungskräfte ergeben.
Themen:
• Wesentliche Änderungen des Gesetzes LXIX aus dem Jahr 2024
• Änderungen der Regierungsverordnung 418/2024 (XII.23.)
• Aktuelle Leitlinien der ungarischen Aufsichtsbehörde SZTFH
• Aktueller Stand der Umsetzung der NIS2-Richtlinie in Ungarn
• Empfehlungen der ENISA
• Relevante europäische Regelwerke (z. B. Cyber Resilience Act – CRA, Digital Operational Resilience Act – DORA) und deren Auswirkungen
2. Verantwortung der Führungskräfte im Bereich Cybersicherheit
Welche persönliche Verantwortung tragen Führungskräfte und für welche Entscheidungen sind sie im Rahmen eines Audits oder eines Cybersicherheitsvorfalls verantwortlich?
Themen:
• Organisatorische und persönliche Verantwortung
• Gesetzliche Verpflichtungen
• Entscheidungs- und Genehmigungspflichten
• Bereitstellung angemessener Ressourcen
• Managementkontrolle und Aufsicht
• Nachweisbare Governance („nachweisbare Unternehmenssteuerung")
3. Erkenntnisse aus aktuellen Cybersicherheitsvorfällen
Anhand realer Beispiele zeigen wir auf, welche Angriffe und Sicherheitsvorfälle Unternehmen betroffen haben und welche Managemententscheidungen sich als erfolgreich oder problematisch erwiesen haben.
Themen:
• Nationale und internationale Unternehmensvorfälle
• Beinahe-Vorfälle (Near Misses)
• Branchenspezifische Erfahrungen
• Sicherheitsvorfälle bei Lieferanten
• Zentrale Erkenntnisse aus Managementperspektive
4. Risiken und neue Bedrohungen
Überblick über die derzeit größten Geschäfts- und Informationssicherheitsrisiken.
Themen:
• Bedeutung der jährlichen Risikobewertung
• Wesentliche Unternehmensrisiken
• Künstliche Intelligenz (KI)
• Cloud-Dienste
• Industrielle Systeme (OT)
• Risiken in der Lieferkette
• Aktuelle Cyberbedrohungen und Angriffstrends
5. Erfahrungen aus Cyberaudits
Welche Schwachstellen werden von Auditoren am häufigsten festgestellt und wie können diese durch geeignete Führungsmaßnahmen vermieden werden?
Themen:
• Typische Auditfeststellungen
• Wiederkehrende Mängel
• Korrekturmaßnahmen
• Best Practices
• Möglichkeiten der kontinuierlichen Verbesserung
6. Business Continuity und Wiederherstellung
Welche Aufgaben hat das Management, wenn ein Cyberangriff den Geschäftsbetrieb beeinträchtigt oder zum Stillstand bringt?
Themen:
• Business Continuity Plan (BCP)
• Disaster Recovery Plan (DRP)
• Datensicherung und Wiederherstellung
• Schutz kritischer Geschäftsprozesse
• Managemententscheidungen in Krisensituationen
7. Management von Cybersicherheitsvorfällen
Gerade in den ersten Stunden eines Cyberangriffs kommt der Unternehmensleitung eine entscheidende Rolle zu. Wir zeigen die wichtigsten Aufgaben und Entscheidungssituationen auf.
Themen:
• Aufgaben der Führungskräfte im Incident Management
• Krisenmanagement
• Interne und externe Kommunikation
• Meldepflichten gegenüber Behörden
• Information von Kunden und Geschäftspartnern
8. Risiken im Zusammenhang mit Lieferanten und Geschäftspartnern
Ein erheblicher Teil der Cybersicherheitsrisiken entsteht heute entlang der Lieferkette. Wir zeigen auf, wie diese Risiken auf Managementebene wirksam gesteuert werden können.
Themen:
• Kritische Lieferanten
• Cloud-Service-Provider
• Externe Administratoren und Fernzugriffe
• Vertragliche Anforderungen an die Cybersicherheit
• Compliance der Lieferanten
9. Sicherer Einsatz Künstlicher Intelligenz im Unternehmen
Wir erläutern, wie generative Künstliche Intelligenz sicher im Unternehmensalltag eingesetzt werden kann und welche Risiken dabei zu berücksichtigen sind.
Themen:
• Unternehmensrichtlinien für den Einsatz von KI
• Zulässige und unzulässige Nutzung
• Datenschutz und Umgang mit vertraulichen Informationen
• Einsatz von Microsoft Copilot und ChatGPT
• Wesentliche Sicherheitsrisiken generativer KI
10. Management-Simulationen und Entscheidungsübungen
Anhand realistischer Unternehmensszenarien üben die Teilnehmenden, welche Entscheidungen das Management im Falle eines Cybersicherheitsvorfalls treffen muss.
Beispiele:
• Ransomware-Angriff
• Ausfall des ERP-Systems
• Kompromittierung eines E-Mail-Kontos
• Cyberangriff auf einen Lieferanten
• Datenverlust oder Datenabfluss
11. Jährliche Managementbewertung
Wir zeigen auf, welche Kennzahlen und Informationen die Unternehmensleitung regelmäßig bewerten sollte, um die Cybersicherheits-Compliance sicherzustellen und die kontinuierliche Weiterentwicklung zu fördern.
Zu bewertende Bereiche:
• Cybersicherheitsvorfälle
• Ergebnisse von Audits
• Schwachstellen und deren Behebung
• Status der Korrekturmaßnahmen
• Schulungen und Sicherheitsbewusstsein
• Aktuelle Risiken
• Compliance der Lieferanten
• Managemententscheidungen und Entwicklungsprioritäten
Schulungsformat und -termin:
- Unterrischtssprache: Deutsch
- Persönlich
- Ort: 1024 Budapest, Lövőház u. 30.
- Datum: 4. November 2026
- 1 Schulungstag, 9:00–16:00 Uhr
- Anmeldeschluss: 14. Oktober 2026
Gebühren und Ermäßigungen
- Teilnahmegebühr: 159.000 HUF + MwSt. / Person
- Bis zu 20 % Ermäßigung:
− 10 % Frühbucherrabatt: bis 14. September 2026!
− 10 % Mitgliedsrabatt für Mitgliedsunternehmen der DUIHK
− 10 % Mengenrabatt (ab 2 Personen) (Personen/Unternehmen)
(Zwei der Rabatte sind kombinierbar.)
Die Teilnahmegebühr (unter Berücksichtigung der Rabatte) wird am Schulungstag in Rechnung gestellt.
Zertifikat
Teilnehmer, die mindestens 80 % der Schulungsstunden absolvieren, die Prüfung erfolgreich bestehen und einen Muster-Auditbericht einreichen, erhalten neben dem im Meldesystem für Erwachsenenbildung ausgestellten Zertifikat ein zweisprachiges Teilnahmezertifikat des Deutsch-Ungarischen Wissenszentrums. Das am Ende der Schulung erhaltene Zertifikat bescheinigt keine berufliche Qualifikation und berechtigt nicht zur Aufnahme einer Beschäftigung.